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Nachdenklich, berührend und rührend
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Kreisbote Kempten/Isny/Westallgäu (Kempten, 17.06.2010 20:00) www.kreisbote.de Aktuelles

(Foto: Einige der Kinder stellten den Vernissagegästen, unterstützt von Susanne Wachter (3. v. r.), „ihre“ Trauerkarte mit Spruch selbst vor. Foto: Tröger)

Einige der Kinder stellten den Vernissagegästen, unterstützt von Susanne Wachter (3. v. r.), „ihre“ Trauerkarte mit Spruch selbst vor. Foto: TrögerArtikel von CHRISTINE TRÖGER,
Kempten – Einen wahren Ansturm erlebten die Organisatoren und Jungkünstler zur Vernissage der Ausstellung „Trauerkarten von Kindern für Kinder“. Bei brütender Hitze und dichtem Gedränge erlebten rund 200 Gäste am Freitag eine liebevoll gestaltete Eröffnungsfeier zu einer berührenden Ausstellung.
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„Mögen dich viele Sterne beschützen“, hat sich die zehnjährige Leonie, deren Schwester gestorben war, als Spruch zu ihrem Bild ausgesucht. Die hoffnungsfroh rosa, gelb und grün gemalten Farbflächen hat sie mit Blättern von Rosenblüten beklebt, die zwischen kleinen blau glitzernden Sternen schweben. Die Gedanken oder Gefühle zum Verlust seines Papas hat der elfjährige Jonas unter anderem durch ein Auto sichtbar gemacht, zu dem er den Spruch „Mit Gott kommst Du ans Ziel“ gewählt hat.
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Verstohlene Tränen
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Die von den Kindern sehr unterschiedliche künstlerische Ausdrucksweise eines tiefen Verlustgefühls und zugleich dem Glauben daran, dass es diesem geliebten Menschen jetzt gut geht, macht nachdenklich, berührt und rührt an eigenen Erinnerungen, betrifft und trifft ins Herz der Betrachter. So war am Eröffnungsabend neben bewundernden Blicken auch die ein oder andere verstohlene Träne in den Augen der Gäste zu beobachten.
Die Idee zu dem therapeutischen Kunstprojekt hatte die beruflich als Trauerbegleiterin tätige Susanne Wachter. Vergebens hatte sie im Handel nach einer Kondolenzkarte für ein Kind gesucht. Zusammen mit Meike Lenz und Karolin Zeh machte sie sich also daran, das vor einem Jahr gestartete Pilotprojekt, das es nach eigenem Bekunden „in ganz Deutschland noch nicht gibt“, anzugehen. Das Projektteam sei „sehr beeindruckt“ davon gewesen, wie die Kinder schon bald die Farbpinsel geschwungen hätten, richtete sie das Wort auch an die anwesenden Kreativen, die jeweils ein „Künstlerdiplom“ und eine Sonnenblume überreicht bekamen.

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Verkauf läuft an
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Das Projekt habe „eine Lücke geschlossen“ sah Bürgermeister Josef Mayr (CSU) darin eine „Aufforderung, auch die Herzensnöte der Kinder zu sehen“. Noch, so Wachter, sei nicht genug Geld zusammen gekomme, um alle Bilder zu drucken. Deshalb sei Ziel „alle 11000 Karten zu verkaufen“ und mit dem Erlös noch weitere Motive als Trauerkarte verfügbar zu machen.

Die „Trauerkarten von Kindern für Kinder“ können im Internet unter www.kinder-trauerkarten.de oder per Mail unter susa.wachter[at]gmx.de bestellt werden. Ferner sollen sie im Schreibwaren- und Buchhandel angeboten werden. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Juni im AÜW in der Illerstraße 12 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von acht bis 15 Uhr und freitags von acht bis 11.30 Uhr.


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"Kinder im Strudel der Trauer"
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Ausstellung vom 11. bis 25. Juni im Allgäuer Überlandwerk Kempten
Buben und Mädchen, die ein Familienmitglied verloren haben, gestalten Kondolenzkarten für Ihresgleichen

Susa Wachter mit Kindern beim Betrachten der BilderAm Ende hat sie sich nicht einmal mehr getraut, ihre schwer kranke Mama anzufassen. Sie konnte ihr nicht mehr nahe sein. Hatte Angst. Angst vor dem, was auf sie zukommt. Angst vor dem Tod. Nachdenklich erzählt die 14-jährige Julia Kamphausen, wie sie sich gefühlt hat, als ihre Mutter vor einem Jahr ihrer Krebserkrankung erlegen ist. Die Arme vor dem Körper verschränkt sitzt sie in dem gemütlichen Raum mit dem Klangspiel in der Ecke und versucht, nicht zu viel von ihrer Gefühlswelt preiszugeben. «Es war sehr schlimm, darum bin ich froh, dass ich hier bin», sagt Julia. «Hier» ist die Ergotherapie-Praxis von Susanne Wachter in Kempten.

«Seit acht Jahren mache ich zusätzlich Trauerbegleitung für Kinder», erzählt die 52-Jährige. Es sei gerade für Kinder und Jugendliche sehr wichtig, sich mit dem Verlust eines Familienmitglieds oder der Trennung der Eltern auseinanderzusetzen. «Wenn man der Trauer keinen Ausdruck gibt, kann das zu Depressionen führen», weiß sie. Helfen soll den Kindern dabei auch das Trauer-Stofftier - ein Männchen mit großer Nase: «Es kann riechen, ob jemand auch richtig trauert», erklärt die Therapeutin ihren Schützlingen spielerisch, «denn wer nicht trauert, stinkt».

Ausstellung im AÜW
 
Ausstellungsstücke TrauerkartenVor einem Jahr hat Wachter ein weiteres Projekt ins Leben gerufen, das im Juni in die zweite Runde geht. Sie hat ihre Buben und Mädchen von der Trauerbegleitung Kondolenzkarten für andere Kinder gestalten lassen. Karten, wie sie sich selber eine gewünscht hätten, als sie ihre geliebte Person verloren haben. Ab Freitag, 11 Juni, werden die Motive im Allgäuer Überlandwerk in Kempten ausgestellt. «Ich freue mich, dass durch das Projekt endlich etwas in diese Richtung passiert», sagt Wachter. Die Idee kam ihr nämlich, als sie Julia eine Kondolenzkarte schreiben wollte und feststellen musste, dass es nirgendwo Trauerkarten für Kinder gibt. «Es ist schade, dass Kinder in dieser Sache oft vergessen werden. Dabei ist es so wichtig, sie einzubeziehen».

Auch der zwölfjährige Ufuk Akan aus Kempten hätte sich mehr Aufmerksamkeit gewünscht, als sein Vater vor sechs Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Seine Karte ist deshalb voller bunter Gefühlsstrudel, die er damals alleine durchlaufen musste. «Da ist der Strudel der Tränen, der Strudel des Vermissens, aber auch der Strudel der neuen Kraft», erklärt der Sechstklässler, «denn das Leben muss ja weiter gehen. Das hat er auch in der Karte festgehalten: «Gefühlsstrudel! Hol dir Kraft aus den bunten Strudeln», steht da geschrieben. Denn jedes Kind durfte zu seinem Bild auch einen Spruch wählen. Julias Motiv ist ebenso farbenfroh und alles andere als traurig. «Die bunten weichen Farben sollen dir Kraft schenken», lautet der Spruch in der Karte der 14-Jährigen.

Auseinandersetzung fordert Mut

«Es fordert so viel Mut, sich mit seiner Trauer auseinanderzusetzen», weiß Susanne Wachter. Vor allem so öffentlich, wie die Kinder es mit den Karten tun. Sie erhofft sich, dass viele Leute die Ausstellung besuchen, die Trauerkarten kaufen und vor allem, dass der Handel anbeißt. Aus dem Erlös sollen dann weitere Karten gedruckt und neue therapeutische Kunstprojekte finanziert werden. «Die Kinder sind so stolz. Sie wären enttäuscht, wenn es keine Resonanz gibt,» sagt Wachter. Und das dürfe nicht passieren, «schließlich sind diese Kinder ein Vorbild für uns alle, denn sie haben sich ihrer Geschichte gestellt».

Öffnungszeiten der Ausstellung vom 11. bis 25. Juni im Allgäuer Überlandwerk Kempten:
Freitag, 11. Juni, 19 Uhr: Eröffnung;
Samstag, 12. Juni, 10-16 Uhr;
Sonntag, 13. Juni, 10-13 Uhr;
Montag bis Donnerstag jeweils 8-15.30 Uhr und Freitag 8-13 Uhr.
Anmeldung für Schulklassen unter Telefon: 0831/ 85036

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"Sonne und Schmetterlinge"
ALLGÄU Sonntagszeitung 5./6. Juni 2010 /Nr.22 , Foto von Rohlmann

In Kempten gestalten Kinder Trauerkarten für Kinder

Foto: RohlmannKempten (mor) -
Trauer von Kindern sieht anders aus, drückt sich anders aus, fühlt sich anders an. In einem bisher wohl einmaligen Kunstprojekt haben Mädchen und Buben im Alter von sechs bis 15 Jahren ihre Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen in Bildern und mit Sprüchen ausgedrückt. Sie dienen als Vorlage von Trauerkarten von Kindern für Kinder. Vom 11. bis 25. Juni werden die Kunstwerke im AÜW Kempten, Illerstraße 12, gezeigt.

Ideengeberin ist Susanne Wachter.
Die Ergotherapeutin und Kinderpsychodramatherapeutin war vor rund einem Jahr auf der Suche nach einer kindgerechten Trauerkarte, fand aber keine. Und dabei wurde ihr bewusst: Trauerkarten gehen meist an die Familie, sind in "Erwachsenenwörtern" abgefasst. Leider würden Kinder aufgrund der eigenen Trauer der Erwachsenen oft außen vor gelassen. "Dabei ist es in solchen Situationen besonders wichtig, dass Kinder genauso wahrgenommen werden wie Erwachsene", sagt Wachter, die seit vielen Jahren mit der Trauerarbeit mit Kindern vertraut ist.

"Das nachen wir selbst", entschied sie. Mit Meike Lenz und Karolin Zeh startete sie 2009 im Kempodium ein Kunstprojekt, bei dem Kinder Kondolenzkarten malten, die selbst Trauererfahrungen gemacht hatten. "Wie sähe eine Karte aus, wie Ihr sie Euch gewünscht hättet?" fragte das Projektteam. Mit hellen, freundlichen Farben malten die Kinder Regenbogen, Sonnenaufgänge, Schmettelinge, Engel. Der zehnjährige Markus, dessen Vater starb, malte eine Insel, auf der man entspannen und schwimmen gehen kann.

"Insgesamt sind 45 verschiedene Motive entstanden, 18 sind jetzt für Karten ausgewählt worden", freut sich Susanne Wachter. Ihr Hauptziel ist es, das Tabu um Kinder und Tod zu brechen. "Trauernde Kinder müssen wahrgenommen werden. Es ist wichtig, hier Berührungsängste abzubauen." Denn ihrer Ansicht nach können Kinder gut mit Abschieden umgehen. Aber: "Kinder müssen gesehen und gehört werden." Kreativität könne hier eine große Stütze sein.

Auch die Sprüche zu ihren Karten entwickelten die Kinder selbst. Ganz bewußt ist angegeben, welcher kleine Künstler oder welche kleine Künstlerin die Karte kreiert hat - und welchen Verlust er oder sie hatte. "Mutter", "Vater", "Großvater" steht dort - oder eben auch die Katze, Trauernde Kinder erfahren so über diesen Kartengruß Trost, andere haben einen ähnlichen Schmerz und Abschied erlitten.

Über Sponsoren wurde der Druck der Karten möglich. 11 000 Stück sind es insgesamt. Über die Ausstellung, den Kontakt zu Papeterien und Buchhandlungen sollen die Kondolenzkarten für Kinder in den Verkauf gelangen. Mit dem Erlös sollen dann noch die übrigen Motive aus dem Kunstprojekt als Trauerkarte gedruckt werden. "Gewinner sollen die Kinder sein, die Trost nach dem Tod eines nahen Angehörigen oder eines Lieblingstieres nötig haben", ist sich das Projektteam einig.

Die Ausstellung wird am 11. Juni um 19 Uhr eröffnet, Geöffnet ist sie am Samstag, 12. Juni, von 10 bis 16 Uhr, am Sonntag, 13. Juni, von 10 bis 13 Uhr sowie bis 25. Juni jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 15.30 Uhr und freitags von 8 bis 11.30 Uhr.


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Das Projektteam: Susanne Wachter, Meike Lenz und Karolin Zeh - Tel.: 0831/85036 - Kontakt
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Kontakt: Praxis für Ergotherapie Susa Wachter